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Jugend forscht - ein Erfolgsmodell

Verfasst am: 05.03.2018

Bereits seit drei Jahren beteiligt sich die Fach- und Berufsoberschule Neuburg erfolgreich an dem Wettbewerb Jugend forscht. Stellvertretende Schulleiterin Elisabeth Komeyer und die beiden betreuenden Lehrkräfte Cornelia Euringer-Klose und Alfred Hugl sind stolz auf die erstaunlichen Ergebnisse der Nachwuchswissenschaftler, die ganz im Sinne der bereits mehrfach ausgezeichneten Umwelt- und Agenda-21-Schule stets den Sonderpreis für Umwelttechnik mit nach Hause nehmen durften.

In diesem Jahr stellten sich zwei Teams der kritischen Jury am Regionalwettbewerb in Ingolstadt. Hanna Frömmel, Andela Zubovic und Belinda Huß beschäftigten sich mit der Frage, wie sich Bakterien dazu anregen lassen, möglichst viel Wasserstoff zu produzieren, und wie dieses Gas anschließend in Brennstoffzellen zu Strom umgewandelt werden kann. Die Auswertungen zeigten, dass je nach Substrat, Temperatur und pH-Wert das entstehende Gasgemisch zum Teil bis zu 70 % Wasserstoff enthält, wodurch sich eine beachtliche Menge von Energie erzeugen lässt.

Vor allem das zweite Team der FOSBOS Neuburg fand bei den Besuchern und der Jury große Beachtung. Nach Horrormeldungen in der Presse über Fische und Frösche, die nach dem Einleiten von gereinigtem Kläranlagenwasser in Flüsse verweiblichen, suchten Chiara Kriegl und Anna Ermer nach einer Möglichkeit, dieses Wasser von den verursachenden Östrogenen zu reinigen. Bis heute gibt es keine wirtschaftliche Möglichkeit, hier Abhilfe zu schaffen. Schließlich stießen die Beiden auf das Enzym Laccase, das in den Baumpilzarten wie Schmetterlingstrameten enthalten ist. Es zeigte sich im Labor, dass diese Pilze tatsächlich dazu in der Lage sind, die Östrogene zu zerstören. Weiterführende Versuche mit Kaffee zeigten, dass dieser – als Abfallprodukt entnommen aus Kaffee-Vollautomaten – eine weit bessere Wirkung hat, das Hormon unschädlich zu machen, als die Trameten. Hier betrat das Jugend-forscht-Team Neuland. „Unser Ziel ist es jetzt, eine Methode zu entwickeln, wie der Kaffee in Kläranlagen zur Abwasserreinigung verwendet werden kann“, verweist Chiara Kriegl auf die Fortführung des Projekts, an dem sie selbst leider nicht mehr mitarbeiten kann, denn sie verlässt die Schule im Sommer nach dem Abitur. Ein großer Dank gebührt an dieser Stelle vielen Neuburgerinnen, die für die Versuchsreihen ihre Antibabypillenreste spendeten.

Jufo an der FOSBOS Neuburg 2018

FOSBOS Neuburg bei Jugend forscht (v.l.): Belinda Huß, Andela Zubovic und Hana Frömmel untersuchten Bakterien, die Wasserstoff zur Energiegewinnung erzeugen, Chiara Kriegl entdeckte gemeinsam mit Anna Ermer (nicht im Bild), dass Kaffeesatz Östrogene im Wasser unschädlich machen kann.