Spanien 2018

17.02.2019 20:14

Das Erlebnis vier besonderer Menschen. Im Kopf das Klischee der Spanier: Toreros (Stierkämpfer), Flamenco (Tanz) und Siesta (Pause). Hierbei muss man sagen, dass Stierkämpfer und tanzen nicht wirklich zum spanischen Alltag gehören. Siesta allerdings trifft zu 100% zu. Dies fiel uns bereits nach der Ankunft in Madrid auf. Wir wollten ein Taxi zum Busbahnhof nehmen. Das Taxi blieb quasi mitten auf der Straße stehen und der Fahrer packte in aller Seelen Ruhe unsere Koffer in sein Auto. Kein Hupen, keine wütenden Schreie, einfach kein Deutschland. Nachdem wir endlich nach einer langen Reise von über 12 Stunden vor unserer Wohnung standen, mussten wir noch einmal warten, bis wir die Schlüssel bekommen haben, um in die Wohnung zu gelangen. Wir haben somit gleich zu spüren bekommen, dass „Warten“ nichts Besonderes im spanischen Umgang mit anderen Leuten ist. Auch lernten wir, dass man auch über eine rote Ampel gehen kann, ohne dass jemand überfahren wird.

Bevor wir mit Manuel, unserem glücklichen Korrespondenten, zu später Stunde einen kleinen Ausflug in die Stadt bei guter Gesellschaft und leckerem, typisch spanischem Essen unternahmen, machten wir uns etwas mit der Wohnung bekannt.

Von außen sah die Wohnung sehr klein aus, doch innen war sie wirklich geräumig (auch etwas Typisches für Spanien, wie wir gelernt haben). Eine nette Wohnung für drei Personen. Zu Frau Hilperts Unterkunft hingegen wollen wir keine Aussage machen…

Córdoba (Andalusien, Einwohner: 326 000) ist eine nicht sonderlich mit Sehenswürdigkeiten geprägte Stadt, wobei man hier als „Game of Thrones“-Fan natürlich die echt schöne Brücke von „Volantis“ erwähnen muss. Man kann sich durch die vielen kleinen Gassen, die alle irgendwie gleich aussehen, leicht verlaufen. Was sehr auffällig ist, sind die alten Gebäude, die oft einen arabischen Touch haben. Etwas Geschichte, die uns Schülern auch unbekannt war: Córdoba wurde einst von den Arabern besetzt, bevor die Christen die Stadt zurückeroberten.

Wir besuchten auch die Stadt Sevilla, die etwa eine Stunde Zugfahrt westlich von Córdoba liegt. In dieser Stadt steht der Königssitz, der am längsten der Königsfamilie gehört. Sevilla ist sehr bekannt für ihre königlichen Gärten. Einige kennen diese sogar, obwohl sie noch nie dort waren. Die Gärten wurden als Drehort für die „Wassergärten von Dorne“ in „Game of Thrones“ verwendet. Und man muss sagen, dass die Gärten wirklich sehr schön sind. Nebenan steht die Kathedrale, welche die größte Kirche in Spanien und eine der größten der Welt ist. Hierbei angemerkt: In dieser Kirche liegen die mehrmals als positiv nachgewiesenen Gebeine des Christoph Kolumbus.

Ebenso waren wir in Málaga. Málaga liegt südlich von Córdoba direkt am Meer. Viel kann man dort leider nicht sehen, aber der Strand ist sehr schön, sowie auch das Meer und man kann sich dort sehr leicht die Haut verbrennen, wie wir alle vier schmerzlich feststellen mussten.

 

Die Menschen in Spanien sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit, was man von gewissen Ecken in Deutschland leider nicht behaupten kann. Von dem entspannten Flair, den sie verbreiten, kann man sich leicht anstecken lassen. Abends zusammen auf der Straße sitzen und mit seinen Nachbarn bis spät in die Nacht quatschen oder zusammen vor einer Kneipe Fußball schauen. Das gibt einem ein Gefühl von Verbundenheit.

Aber nun zu dem, weshalb wir überhaupt nach Spanien gekommen sind: das Auslandspraktikum. Die relativ junge, moderne Firma, bei der wir arbeiteten, heißt IKNX Ingeniería. Ihre Aufgabe besteht darin, verschiedene Geräte mit Hilfe des KNX-Systems zu verbinden. Diese Geräte werden daraufhin durch verschiedene Apps über das Internet mit dem eigenen Handy oder Tablet verbunden, worüber man alles steuern kann. So lautete auch die Aufgabe, die wir am Anfang bekamen. Das mussten wir in diesen zwei Wochen Aufenthalt schaffen. Wir kamen schneller mit dem Programm zurecht, als von uns erwartet wurde. Unser Chef Antonio und seine Mitarbeiter lobten uns sehr für unseren Arbeitsgeist, mit dem wir die Arbeit angingen. Somit war die erste Hürde überstanden und alle waren „happy“, wie Antonio es sagen würde. Was sehr verwirrend war: es gibt drei Antonios in diesem Büro von acht Arbeitern. Das Arbeiten in diesem kleinen Büro machte sehr Spaß. Alle waren immer zur Stelle und gaben ihr Bestes, um uns möglichst viel beizubringen. Wir waren sehr gut in dieser Firma aufgehoben und die Wahl hätte für uns eigentlich nicht besser sein können. Es fühlte sich nicht gezwungen und gestresst, sondern ganz entspannt an und verlief auf einer Basis, die wir so noch nie gesehen haben. Jeder hilft jedem an verschiedenen Projekten. Man scherzt zusammen, isst zusammen, spricht gemeinsam über die Probleme. Einfach eine ganz besondere Art der Gemeinsamkeit, die man so nicht beschreiben kann. Man muss es erlebt haben, um es zu verstehen. Was wir auf alle Fälle noch erwähnen müssen: Paella. Ein typisch spanisches Reisgericht. Sehr lecker. Bereits als wir das erste Mal in der Firma waren, um uns vorzustellen, wurde uns gesagt, dass wir am letzten Freitag Paella machen und sonst nichts anderes. Gesagt, getan. So standen wir drei Schüler Freitag mittags in der Werkstatt und kochten für alle Paella. Natürlich unter Anleitung des Chefs. Was wir gelernt haben: Es müssen GENAU 53 Safranfäden in die Paella. Nicht mehr und nicht weniger. Ansonsten wird es nicht gut.

 

Marie, Leon und Tim mit Frau V. Hilpert